Skyline Berlin
 

DLRG

Wer diese 4 Buchstaben wirklich gar nich kennt, sollte sich vielleicht erstmal direkt auf http://www.dlrg.de belesen. Mit diesem Wissen sollte man meinen Ausführungen dann hoffentlich folgen können.

Hier angekommen sollte also klar sein um wen und was es geht.

Die DLRG, ich und mein Leben ...

Mit einer Mutter, die als aktive Rettungsschwimmerin auf einer Wasserrettungsstation ihren Dienst versah und als Geschäftsführerin des zur Station gehörenden DLRG-Bezirks auch noch jede Woche im Schwimmbad saß und einem Vater, der selbst Technischer Leiter des Bezirks und dazu noch Leiter eben dieser Wasserrettungsstation war, hätte ich eigentlich als ein hinter der Station im Zelt aufwachsendes Kind schon Windeln mit dem Aufdruck DLRG haben müssen. Ganz so war es natürlich nicht - es gibt meines Wissens bis heute keine Windeln von der Materialstelle - aber eins war klar: mit dem Tag meiner Geburt war ich Mitglied der größten, ehrenamtlichen Wasserrettungsorganisation der Welt und stolz darauf.

Kleine Jungs folgen ja gerne ihren großen Vorbildern (Vätern) uns so lernte ich zwar relativ spät aber doch zweckmäßiger Weise nach genug Spiel- und Tauchvergnügen das Schwimmen um immer pünktlich zum Geburtstag den nächstmöglichen Schwimmschein meiner Altersstufe - von meiner Mutter sauber auf die Badehose geheftet - am nächsten, auf den Geburtstag folgenden Donnerstag allen in der Halle zu präsentieren.

aktive Zelter-Kinder

Das mit dem Zelten hinter der Station Tiefe Horn war für uns Kinder - und wir waren doch so einige - ein Paradies! Nirgendwo sonst hätte man sicherer den Wald und die Uferpromenaden erkunden können als unter den Argusaugen diverser Rettungsschwimmer mit schnellen Booten und fleissigen Sanitätern, die für jede Verletzung das passende Pflaster und den zur Kleidung passenden Gummibären parat hatten. Für einen Buddeleimer vonn gesammelter Glasscherben gabs ne mark, für die mark auf der Promenade das passende Eis, jeden Nachmittag auf jeder der 3 Stationen Kuchen und mit Fahrrädern waren wir immer zur rechten Zeit an der entsprechenden Station, denn es gab ja nicht nur die eine - zur Zehlendorfer Perlenkette gehörten schon damals neben der oben beschriebenen Station noch die Stationen Jagen 95 und Jagen 97, die beide den auf Tiefe Horn eher etwas kümmerlich geratenen Strand besaßen.
Nette Leute überall, Sonne, Strand und flach abfallendes Ufer zum Planschen und Spielen auf den Nachbarstationen und Action und Tobespaß auf Tiefe Horn mit dem Holzsteg und der riesigen Wasserfläche vor der Tür. Selbst bei schlechtem Wetter brauchten wir keinen Fernseher - Kinder gabs genug und Karten- und andere Gesellschaftsspiele ebenso.

Aber wie jeder Traum hatte auch dieser mit dem Entzug der Zelt-Genehmigungen ein jähes Ende.

Zum Glück hatten wir Kinder weitestgehend das Wahl-Alter erreicht. Bei jeder möglichen Versammlung waren wir nicht nur Anwesend sondern auch aktiv, kreativ, hinterfragend, stimmgebend und mit und für die Eltern zitternd, wenn es um das Auszählen der Stimmen ging. Da auch so etwas ansteckend wirkt, suchten wir uns entsprechende Positionen im Jugendvorstand. Und wer nicht aus schulischen oder beruflichen Gründen Berlin verliess, fand sich nach und nach auf einer der Stationen und / oder im Bereich der Ausbildung wieder. Irgendwie entwickelte sich das wie von selbst. Mit der Gründung einer Familie und einiger damit verbundener Probleme allerdings folgte eine Zwangspause, die wider meiner Erwartungen viele Jahre währen sollte.

hier und jetzt

Wenn mann so die Jahre oder besser Jahrzehnte Revue passieren läßt, kommen viele, schöne Erinnerungen hoch. Irgendwo doch wehmütig denke zumindest ich an diese Zeit zurück und stelle fest, das wir doch den Einen oder Anderen über die Jahre verloren haben.

Mein Sohn wurde älter und die Feststellung, der Bengel müsse Schwimmen lernen, gab dann den Anlaß, nach dieser Erziehungspause doch wieder aktiv zu werden. Rettungsschwimmscheine wurden aktualisiert, das Schwimmen wieder trainiert und flink war ich zunächst als Ausbildungshelfer im Kinder- und Rettungsschwimmen wieder jede Woche im Namen der 4 Buchstaben unterwegs. Der Winter ging, die Frühlingssonne lachte und eh ichs mir bedachte zog es mich auch wieder zu Station und Booten, denn Personal war von Nöten.
Als Rettungsschwimmer und Bootsführer wieder Saison für Saison aktiv und der Internet-Mensch hatte ich nebenbei für einige Jahre auch gern die ehrenvolle Aufgabe übernommen, die Websites des Bezirks und der Bezirksjugend auf dem aktuellen Stand zu halten.

Es folgte der Ausbilder Schwimmen, es folgten wiederholte AUsbildungsassistenten im Rettungsschwimmen der Schnorcheltaucher und mehrjährige Unterstützung des Ausbildungsteams im Rettungsschwimmen des Landesverbands, die nachträgliche Fachausbildung, der Wachführer, der Fachausbilder WRD.

Die Jahre gehen ins Land und irgendwie kann ich mir eine Zeit ohne das alles nicht mehr so recht vorstellen. Selbst während der Zwangspause stand ich unzählige Male auf dem Balkon, schaute in die auf- oder untergehende Sonne, sog die Frühlingsluft ein und vermisste das Plätschern der Wellen an Booten, Steg und Ufer, den Geruch Windes der zuvor das Wasser aufgewühlt hatte.

Selbst die Liebe meines Lebens fand mich - unerwartet auf einer neuköllner Nachbarstation was mich WRD-technisch den Bezirk wechseln liess und auch dass geht nun schon in die 4 Saison.

Fazit

Ich kenne kaum ein anderes Hobby, das neben so viel Spass auch so viel Verantwortung und Lernmöglichkeiten bietet, ganz abgesehen davon, dass dieser Dienst "in Ehren eines Amtes" auch noch geeignet ist, anderen zu Helfen, sich entweder selbst zu Helfen (Ausbildung) oder aber aus wirklicher Not zu befreien.

Das Dankeschön derer, denen wir helfen konnten / durften ist etwas unbezahlbar wertvolles. Es gibt sonst sinnlos verschwendeter Zeit einen Sinn, Menschen eine Aufgabe, mit der Sie wachsen können und das Team als solches sich untereinander halt.

Kennen Sie etwas besseres?
Wenn nein, schauen Sie doch mal rein bei der: DLRG Steglitz-Zehlendorf oder der DLRG Neukölln!